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Nachbesserungsbedarf: Fortbildungspflicht für Makler
Veröffentlicht am 02.10.2018 |  Kommentare

Ende April berichteten wir über das geplante Gesetz zur Berufszulassungsregelung und Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter, das am 1. August in Kraft getreten ist.

Zwei Monate später gibt es die erste Resonanz, wobei diese wenig überraschend ausfällt.

Rekapitulation: Was hat sich seit August 2018 geändert?

Zur Erinnerung: Das neue Gesetz sieht eine Fortbildungspflicht von 20 Weiterbildungsstunden innerhalb von drei Jahren für Immobilienmakler vor. Die Weiterbildung kann sowohl im Selbststudium, als auch über interne Fortbildungsangebote oder Präsenzseminare erfolgen. Zu den Themen gehören die Grundlagen des Maklergeschäfts, Finanzierung und Steuern, Rechtsgrundlagen sowie Verbraucherschutz. Eine Befreiung von der Weiterbildungspflicht ist nicht vorgesehen.

Über die Fortbildung besteht eine Auskunftspflicht, der Makler muss die geleisteten Maßnahmen also auf Anfrage nachweisen können. Sollte er dem nicht nachkommen, wird dies als Ordnungswidrigkeit gewertet, die mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann.

Wohnimmobilienverwalter benötigen zusätzlich die Erlaubnispflicht nach der Gewerbeordnung; sie dürfen dazu in kein privates Insolvenzverfahren verwickelt und seit 5 Jahren nicht straffällig geworden sein. Zusätzlich brauchen sie eine Berufshaftpflichtversicherung über 500.000 Euro Schadenssumme pro Fall und eine Million im Jahr. Für Immobilienmakler ist diese Versicherung und die Erlaubsnispflicht bisher nicht notwendig.

Ziel: Verbraucherschutz durch Berufszulassung für Immobilienmakler

In Deutschland wird lediglich jeder zweite Immobilienkauf von einem qualifizierten Makler vermittelt. Diese alarmierende Situation schadet der Branche. Potenziell kann sich jeder Immobilienmakler nennen und ganz ohne Berufserfahrung und die nötigen Grundkenntnisse Geschäfte abwickeln.

Die neue Zulassungsordnung sollte verhindern, dass unqualifizierte „Gelegenheitsmakler“, die nichts vom Fach verstehen, Verbraucher schlecht beraten und ihnen dadurch finanziellen Schaden zufügen. Im Streitfall mit dem Makler setzen Gerichte dessen Fachkompetenz voraus.

Kritik: Das Gesetz geht nicht weit genug

Schon im Vorfeld des Gesetzes lautete die Kritik, dass die neuen Regelungen von einem richtigen Sachkundenachweis noch weit entfernt seien und die Zulassung zum Maklerberuf noch nicht streng genug reglementiert werde.

Nach dem Inkrafttreten zeigt sich, dass eindeutig Nachbesserungsbedarf besteht. Bisher ist für die Berufszulassung die Anmeldung eines Gewerbes bei der Stadt noch immer ausreichend, zusätzlich kommt der Nachweis über die Weiterbildungsmaßnahmen hinzu. 20 Stunden Fortbildung in drei Jahren reichten jedoch nicht für eine fundierte Professionalisierung aus, so die Kritik.

Der Nachweis über Weiterbildung bei der zuständigen Behörde war ursprünglich jährlich angesetzt, wurde im Gesetz dann jedoch auf drei Jahre erhöht, mit der Absicht, Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Kritisiert wird zudem, dass der Nachweis nur auf Anfrage vorzulegen ist. Die Zulassungsordnung wurde damit so entschärft, dass sie ihrem eigentlichen Anspruch, das Qualifikationsniveau zu verbessern, nicht mehr gerecht werden kann.

Der Appell von Immobilienmaklern: Die Zulassungsvoraussetzungen müssen weiter verschärft werden. Die neue Regelung ist unzureichend, denn bisher steht der Zugang zum Maklerberuf noch immer jedem offen, unabhängig seiner Vorkenntnisse oder Kompetenz. Das hilft weder dem Verbraucherschutz, noch bessert es das Ansehen der Maklerbranche.

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