Grüner Mietvertrag: Nachhaltig mieten mit dem Green Lease
Der Green Lease gewinnt in Zeiten von Klimaschutz, steigenden Energiekosten und ESG-Vorgaben zunehmend an Bedeutung. Doch was ist ein grüner Mietvertrag eigentlich, wie funktioniert er und welche Vorteile bringt er für Mietende und Vermietende?
In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund um den grünen Mietvertrag, typische Green Lease Klauseln, praktische Tools und häufige Fragen aus der Praxis.

Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Green Lease?
- Der grüne Mietvertrag im Überblick
- Green Lease Klausel: das Herzstück
- Welche Vorlagen eignen sich für einen Green Lease?
- Vorteile eines grünen Mietvertrags
- Fazit: Green Lease als Schlüssel für nachhaltige Immobilien
Key Takeaways
- Der grüne Mietvertrag verbindet Mietrecht mit Nachhaltigkeit
- Eine Green Lease Klausel regelt ökologische Pflichten klar und verbindlich
- Grüne Mietverträge sind besonders im Gewerbeimmobilienmarkt relevant
- Muster für grüne Mietverträge als PDF bieten Orientierung, ersetzen aber keine Beratung
Was ist ein Green Lease?
Ein Green Lease (auch „grüner Mietvertrag“) ist eine spezielle Form des Mietvertrags, bei der sich Mietende und Vermietende verpflichten, gemeinsam ökologische, energetische und nachhaltige Ziele zu verfolgen.
Die Definition eines Green Lease lässt sich wie folgt zusammenfassen: Ein Green Lease ist ein Mietvertrag, der über klassische Regelungen hinausgeht und nachhaltige Maßnahmen zur Energieeffizienz, Ressourcenschonung und CO₂-Reduktion vertraglich festlegt.
Dabei bleibt der Vertrag rechtlich ein Standard-Mietvertrag – ergänzt durch nachhaltigkeitsbezogene Vereinbarungen.
Der grüne Mietvertrag im Überblick
Typische Inhalte eines grünen Mietvertrags sind:
- Energieeffiziente Nutzung von Gebäuden
- Reduktion von Wasser- und Stromverbrauch
- Nutzung erneuerbarer Energien
- Nachhaltige Instandhaltung und Modernisierung
- Transparenz bei Energiekennzahlen
- Regelmäßiger Datenaustausch zwischen Mieter und Vermieter
Besonders verbreitet ist der grüne Mietvertrag im Bereich von Büro-, Gewerbe- und Logistikimmobilien.


Green Lease Klausel: das Herzstück
Die Green Lease Klausel ist der zentrale Baustein eines grünen Mietvertrags. Sie regelt konkret:
- Welche Nachhaltigkeitsziele verfolgt werden
- Wer für welche Maßnahmen verantwortlich ist
- Wie Kosten und Einsparungen verteilt werden
- Wie Erfolge gemessen und dokumentiert werden
Je nach Immobilie kann die Klausel standardisiert oder individuell ausgearbeitet sein.
Was passiert bei Nichteinhaltung? Gibt es rechtliche Streitfälle?
Die Green Lease Klausel sollte klare Regelungen für den Fall der Nichteinhaltung von vereinbarten Nachhaltigkeitszielen oder -maßnahmen enthalten.
Typische Mechanismen können sein:
- Abmahnung und Nachbesserungsfrist: Die zunächst gängige Reaktion ist eine formelle Aufforderung zur Einhaltung mit einer festgelegten Frist zur Behebung des Mangels.
- Vertragsstrafen: Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen können vertraglich vereinbarte Strafzahlungen fällig werden, um den Anreiz zur Einhaltung zu erhöhen.
- Anpassung der Kostenverteilung: In manchen Verträgen ist vorgesehen, dass bei Nichteinhaltung der Verursacher die zusätzlichen Kosten für nicht erreichte Einsparungen oder notwendige Nachrüstungen trägt.
Rechtliche Streitfälle sind, wie bei jedem Mietvertrag, möglich. Sie können sich beispielsweise ergeben aus:
- Messung und Dokumentation: Uneinigkeit über die korrekte Messung von Einsparungen oder die ordnungsgemäße Dokumentation der Erfolge.
- Verantwortlichkeiten: Streitigkeiten darüber, wer für eine bestimmte Maßnahme tatsächlich verantwortlich war (Vermietende oder Mietende).
- Verhältnismäßigkeit: Die Frage, ob eine geforderte Maßnahme wirtschaftlich zumutbar oder unverhältnismäßig ist.
Um Streitfälle zu vermeiden, ist eine präzise und eindeutige Formulierung der Green Lease Klausel essenziell, die klare Messgrößen (Key Performance Indicators – KPIs) und Sanktionsmechanismen festlegt. Viele Verträge sehen zudem vor, dass im Konfliktfall zunächst ein Mediations- oder Schlichtungsverfahren eingeschaltet wird, bevor der Gang vor die ordentlichen Gerichte erfolgt.
Welche Vorlagen eignen sich für einen Green Lease?
Ein grüner Mietvertrag sollte immer individuell auf die Immobilie und die Nutzung zugeschnitten sein. Daher ist ein vorgefertigtes und standardisiertes Dokument an der Stelle nicht zu empfehlen. Als Ausgangslage dient immer ein gängiger Mietvertrag, der sowieso von Ihnen genutzt wird. Ergänzen Sie einfach Ihre Regelungen zur Nachhaltigkeit und erstellen Sie daraus Ihren eigenen grünen Mietvertrag als PDF.
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Vorteile eines grünen Mietvertrags
Für Vermietende: | Für Mietende: |
|---|---|
Wertsteigerung der Immobilie | Niedrigere Energie- und Nebenkosten |
Erfüllung von ESG- und Taxonomie-Anforderungen | Transparenz über Verbrauchsdaten |
Geringere Betriebskosten | Positives Nachhaltigkeitsimage |
Bessere Vermietbarkeit | Zukunftssichere Flächennutzung |
Fazit: Green Lease als Schlüssel für nachhaltige Immobilien
Der grüne Mietvertrag ist weit mehr als ein Trend – er ist ein zukunftsorientiertes Instrument für nachhaltiges Immobilienmanagement. Durch klar definierte Klauseln schaffen Mieter und Vermieter Transparenz, senken langfristig Kosten und leisten einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.
Grüne Mietverträge ermöglichen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit klaren ökologischen Zielen. Wer heute darauf setzt, steigert nicht nur den Immobilienwert, sondern sichert auch die Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend nachhaltigkeitsgetriebenen Markt.
FAQs zum Green Lease
Green Lease bezeichnet einen Mietvertrag mit vertraglich vereinbarten Nachhaltigkeits- und Energieeffizienzzielen zwischen Mieter und Vermieter.
Ja. Die Nachhaltigkeitsklauseln sind Bestandteil des Mietvertrags und damit rechtlich verbindlich, sofern sie korrekt formuliert sind.
Nein, es gibt keinen einheitlichen Standard. Viele Verträge orientieren sich jedoch an anerkannten Best Practices.
Vor allem für Büro-, Gewerbe- und Neubauimmobilien – grundsätzlich aber auch für Wohnimmobilien.