Inhaltsverzeichnis

  1. Bedeutung des Wohnungsleerstands für Österreich
  2. Überblick zum Thema Wohnungsleerstand in Österreich
  3. Entwicklung der Leerstandsquoten in den letzten Jahren
  4. Regionale Unterschiede: Leerstand und Leerstandsquoten im Vergleich
  5. Ursachen für Wohnungsleerstand
  6. Folgen des Wohnungsleerstands für Städte
  7. Leerstandsquoten verstehen und berechnen
  8. Bedeutung für die Immobilienbranche
  9. Die Rolle von Maklern beim Wohnungsleerstand in Österreich
  10. Maßnahmen gegen Wohnungsleerstand
  11. Chancen und Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft
  12. Fazit

Key Take Aways

  • Der Wohnungsleerstand, gerade in Bezug auf Großstädte und Zweitwohnungen in Österreich, ist regional stark gespalten: Mangel in Metropolen, Leerstand in ländlichen Regionen.
  • Eine gesunde Leerstandsquote liegt bei 2–3 % – viele Großstädte liegen darunter.
  • Sinkende Neubauzahlen verschärfen den Wohnungsmangel weiter.
  • Demografischer Wandel und wirtschaftliche Unterschiede treiben den Leerstand in Österreich.
  • Hoher Leerstand belastet Städte wirtschaftlich, sozial und infrastrukturell.
  • Gezielte Maßnahmen und strategische Stadtentwicklung sind entscheidend für einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt.

Bedeutung des Wohnungsleerstands für Österreich

Der Wohnungsmarkt zählt zu den zentralen sozialen und wirtschaftlichen Faktoren in Österreich. Wohnraum ist nicht nur eine Frage von Angebot und Nachfrage, sondern auch entscheidend für soziale Stabilität, wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität.

Der Leerstand in Österreich wird beeinflusst von:

  • Mietpreisen
  • Immobilienwerten
  • Stadt- und Regionalentwicklung
  • demografischen und sozialen Strukturen
  • kommunalen Haushalten
  • Zweit- und Ferienwohnungen

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ist entscheidend. Zu hoher Leerstand schwächt Regionen – zu geringer Leerstand verschärft Wohnungsnot.

Überblick zum Thema Wohnungsleerstand in Österreich

Der Wohnungsleerstand in Österreich entwickelt sich aktuell sehr unterschiedlich. Während in einigen Regionen, etwa ländlichen Gebieten oder Gebieten mit vielen Zweit‑ und Ferienwohnungen, Wohnungen leer stehen, herrscht in Ballungszentren und Großstädten ein akuter Wohnungsmangel. 2024 war die Zahl der Wohnungsfertigstellungen deutlich niedriger. Aktuelle Branchenberichte erwarten für 2025 und 2026 nur noch sehr geringe Zahlen an fertiggestellten Wohnungen.

Kernaussagen und aktuelle Entwicklungen

  • In Großstädten und Ballungsräumen herrscht ein erheblicher Wohnungsmangel, während in einigen ländlichen Regionen Leerstände zunehmen.
  • Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen geht kontinuierlich zurück, was die angespannte Marktsituation weiter verschärft.
  • Prognosen erwarten für 2025 und 2026 eine Fortsetzung dieser rückläufigen Neubautätigkeit.
  • Der Wohnungsmangel führt zu steigenden Mieten, sozialer Ungleichheit und einer Verschärfung der Armut in Großstädten.
  • Die Corona-Krise und wirtschaftliche Unsicherheiten beeinflussen den Wohnungsmarkt zusätzlich und sorgen für neue Herausforderungen.

Entwicklung der Leerstandsquoten in den letzten Jahren

Von Wohnungsleerstand spricht man, wenn eine Wohnung dauerhaft unbewohnt ist und dem Markt nicht zur Verfügung steht. Man unterscheidet:

  • Fluktuationsleerstand (kurzzeitig, z. B. zwischen zwei Mietern)
  • Struktureller Leerstand (langfristig, meist regional bedingt)
  • Spekulativer Leerstand

Entscheidend für die Bewertung sind die sogenannten Leerstandsquoten. Die Leerstandsquoten in Österreich liegen im städtischen Bereich wie Wien, Graz oder Linz sehr niedrig (ca. 1–3 %), während in mittelgroßen Städten moderate Werte beobachtet werden.

  • Großstädte: sehr geringe Leerstände
  • Mittelstädte: moderate Werte
  • Ländliche Räume: steigende Leerstände

Die Kombination aus Bevölkerungswanderung und rückläufiger Bautätigkeit prägt diese Entwicklung maßgeblich.

Wohnung die leer steht

Regionale Unterschiede: Leerstand und Leerstandsquoten im Vergleich

Leerstand in Österreich: Städte und ländliche Räume

Während Metropolregionen wachsen, kämpfen viele ländliche Gebiete mit Abwanderung und Überalterung. Das führt zu strukturellem Leerstand in Österreich, insbesondere in ländlichen Regionen, vor allem in peripheren Gebieten wie dem Waldviertel, Mühlviertel, dem oberösterreichischen Innviertel oder Teilen der Steiermark.

Wohnungsleerstand Österreich Karte: Wo sind die Hotspots?

Würde man sich den Wohnungsleerstand auf einer Karte von Österreich anschauen, sieht man die geografischen Unterschiede deutlich:

  • hoher Leerstand: Ländliche Regionen, vor allem in peripheren Gebieten wie dem Waldviertel, Mühlviertel, dem oberösterreichischen Innviertel oder Teilen der Steiermark. Ursachen: Abwanderung junger Menschen, Überalterung, geringere wirtschaftliche Dynamik.
  • niedriger Leerstand: Ballungszentren wie Wien, Graz, Linz, Salzburg. Hier dominiert starke Nachfrage, hoher Zuzug (insbesondere in Wien), und begrenzte Neubautätigkeit.

Die Karte zeigt klar: Der Wohnungsmarkt ist regional extrem unterschiedlich.

Leerstandsquote Wien: Besonderheiten der Hauptstadt

Die Leerstandsquote in Wien ist seit Jahren niedrig. Gründe:

  • Starker Zuzug aus dem In- und Ausland
  • Hohe Nachfrage nach Mietwohnungen
  • Strenge Flächenbeschränkungen für Neubauten in zentralen Bezirken

Politische Maßnahmen wie geförderter Wohnbau versuchen, die Knappheit abzufedern, doch der Markt bleibt angespannt

Wohnungsleerstand in Graz, Linz und Salzburg

  • Graz: Moderate Leerstandsquote, Nachfrage steigt besonders im studentischen Bereich
  • Linz und Salzburg: Geringer Leerstand, steigende Mieten, starker Wohnungsdruck in zentralen Lagen

Ursachen für Wohnungsleerstand

In Österreich ist der Wohnungsleerstand stark mit regionaler Wirtschaftskraft, demografischen Trends und Infrastruktur verbunden.

Demografische Veränderungen

  • Abwanderung junger Menschen: Besonders in strukturschwachen ländlichen Regionen (z. B. Teile der Steiermark, Oberösterreichs oder Kärntens) zieht es Jugendliche in Städte wie Wien, Graz oder Linz

Wirtschaftliche Faktoren

  • Arbeitsplatzverluste
  • geringere Investitionen

Regionen ohne wirtschaftliche Perspektive verlieren Einwohner – Wohnungen bleiben leer.

Strukturwandel und regionale Entwicklungen

Industrieabbau, Digitalisierung und veränderte Arbeitsmodelle beeinflussen Wohnstandorte erheblich. Homeoffice kann ländliche Räume stärken – aber nicht überall.

Folgen des Wohnungsleerstands für Städte

Wohnungsleerstand hat weitreichende Auswirkungen auf Städte und deren Entwicklung. Die Folgen betreffen sowohl die städtische Infrastruktur als auch die soziale und wirtschaftliche Situation vor Ort. Im Folgenden finden Sie eine strukturierte Übersicht zu den wichtigsten Auswirkungen:

  1. Wertverlust und Imageprobleme
    Leerstehende Wohnungen und Gebäude führen häufig zu Wertverlusten bei angrenzenden Immobilien.
    Das Stadtbild leidet unter vernachlässigten oder verfallenden Gebäuden, was das Image der Stadt negativ beeinflusst.
  2. Belastung der städtischen Infrastruktur
    Unbewohnte Häuser verursachen dennoch laufende Kosten für Versorgung, Instandhaltung und Sicherheit.
    Sinkende Einwohnerzahlen führen dazu, dass Infrastruktur wie Schulen, Kindergärten oder Nahverkehr weniger ausgelastet ist und langfristig gefährdet werden kann.
  3. Soziale Folgen
    Wohnungsleerstand kann die Entstehung von Problemvierteln begünstigen, in denen soziale Kontrolle und Nachbarschaftsstrukturen schwinden.
    Vandalismus und Einbrüche treten in leerstehenden Gebäuden häufiger auf und erhöhen das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung.
    In Ballungszentren wie Wien gibt es Programme, um leerstehende Gebäude für soziale oder kulturelle Zwecke temporär zu nutzen, um solche Effekte abzufedern.
  4. Wirtschaftliche Auswirkungen
    Weniger Einwohner bedeuten geringere Steuereinnahmen für die Stadt.
    Der lokale Einzelhandel und Dienstleistungssektor leiden unter einem Rückgang der Kaufkraft und sinkender Nachfrage.
    In Tourismusorten wie Salzburg oder Innsbruck kann der Leerstand von Zweitwohnungen saisonale Effekte verstärken, was die Wirtschaft indirekt beeinflusst.
  5. Herausforderungen für Stadtentwicklung und Planung
    Wohnungsleerstand erschwert die nachhaltige Stadtentwicklung, da Investitionen in Modernisierung und Neubau weniger attraktiv erscheinen.
    Österreichische Städte reagieren mit Förderprogrammen zur Revitalisierung, z. B. Sanierungsförderungen für Altbauten, Zwischennutzungsmodelle für leerstehende Wohnungen oder die Entwicklung von Sozialwohnungen.
  6. Innovative Nutzungskonzepte
    Co-Living, temporäre Kulturprojekte oder Start-up-Flächen werden zunehmend erprobt, um Quartiere zu beleben und Leerstand zu reduzieren.

Diese Aspekte zeigen, dass Wohnungsleerstand nicht nur ein bauliches oder wirtschaftliches Problem darstellt, sondern die gesamte Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit von Städten beeinflusst. Eine aktive und vorausschauende Stadtentwicklung ist daher entscheidend, um negative Folgen zu vermeiden und neue Perspektiven für die betroffenen Quartiere zu schaffen.

Pärchen das durch die Stadt läuft

Leerstandsquoten verstehen und berechnen

Was ist der Leerstandsindex?

Der Leerstandsindex misst das Verhältnis leerstehender Wohnungen zum Gesamtbestand einer Region. Er dient als zentrale Kennzahl zur Bewertung des Marktes.

Leerstandsindex berechnen: Methoden und Kennzahlen

Um den Leerstandsindex zu berechnen, wird folgende Formel verwendet:
Leerstandsquote=Leerstehende Wohnungen​:Gesamtwohnungsbestand×100

Eine Quote von 2–3 % gilt als marktgerecht (Fluktuationsreserve).
Werte deutlich darüber oder darunter weisen auf strukturelle Probleme hin.

Beispiel:

Stellen wir uns eine Stadt mit 10.000 Wohnungen vor. Davon stehen 300 Wohnungen leer.
Die Berechnung erfolgt mit der oben genannten Formel:
Eingesetzt:
300:10.000×100=3 %
Ergebnis: Die Stadt hat eine Leerstandsquote von 3 %.
Eine Quote von 2–3 % gilt als marktgerecht (sogenannte Fluktuationsreserve). Mit 3 % befindet sich der Wohnungsmarkt also im stabilen Gleichgewicht.

Bedeutung für die Immobilienbranche

Für Investoren, Projektentwickler und Kommunen sind Leerstandsquoten zentrale Entscheidungsgrundlagen.
Sie beeinflussen:

  • Investitionsstrategien
    • Hohe Leerstandsquoten (z. B. > 5 %): Signalisieren ein hohes Risiko und geringe Mietsteigerungspotenziale. Investitionen konzentrieren sich hier oft auf den Kauf von Bestandsimmobilien zu niedrigeren Preisen, gegebenenfalls mit dem Ziel der Revitalisierung, Umnutzung oder des Rückbaus.
    • Niedrige Leerstandsquoten (z. B. < 2 %): Zeigen einen angespannten Markt (z. B. München, Berlin) mit hoher Nachfrage. Dies rechtfertigt höhere Kaufpreise und begünstigt Investitionen in Neubauprojekte oder die Modernisierung hochwertiger Objekte, da eine schnelle Vermietbarkeit und Wertsteigerung erwartet wird.
    • Regionale Divergenz: Global agierende Investoren nutzen die regional unterschiedlichen Quoten, um ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen: risikoärmere, wachstumsorientierte Investments in A-Lagen und renditeorientierte, strategische Investments in B- oder C-Lagen.
  • Mietpreisprognosen
    • Sehr niedrige Quoten (Wohnungsmangel): Führen fast unweigerlich zu steigenden Mieten, da Mieter kaum Ausweichmöglichkeiten haben und der Wettbewerb um verfügbaren Wohnraum hoch ist. Prognosen in diesen Märkten (z. B. Leerstandsquote Wien) sind auf weitere Mietsteigerungen ausgerichtet, sofern keine regulierenden Maßnahmen oder eine deutliche Ausweitung des Angebots erfolgen.
    • Moderate Quoten (Fluktuationsreserve): Sorgen für stabile Mietpreise oder ein moderates Wachstum, das der Inflationsrate entspricht.
    • Hohe Quoten (Struktureller Leerstand): Führen zu stagnierenden oder sinkenden Mieten. Prognosen in diesen Regionen müssen oft mit der Erwartung einer Reduzierung der Wohnfläche oder einer Umnutzung verbunden werden, um eine positive Rendite zu erzielen.
  • Stadtentwicklungsplanung
    • Bei Wohnungsmangel (niedrige Quoten): Die Planung konzentriert sich auf die Förderung des Neubaus (Ausweisung von Baugebieten, beschleunigte Genehmigungsverfahren), die Mobilisierung von Bauland und Maßnahmen zur Verdichtung im Innenbereich (Nachverdichtung).
    • Bei hohem Leerstand (struktureller Leerstand): Die Planung fokussiert auf Revitalisierungsprogramme, die gezielte Umnutzung (z. B. Gewerbe zu Wohnen), den Rückbau von nicht mehr benötigtem Wohnraum zur Reduktion von Folgekosten und die Stärkung der regionalen Wirtschaft (Anreize für Unternehmen, Verbesserung der Infrastruktur).
    • Infrastrukturplanung: Leerstandsdaten helfen, den künftigen Bedarf an Schulen, Kindergärten, öffentlichen Nahverkehr und Versorgungsleitungen präziser zu planen und Überkapazitäten in schrumpfenden Regionen zu vermeiden.

Die Rolle von Maklern beim Wohnungsleerstand in Österreich

Immobilienmakler nehmen im Kontext von Wohnungsleerstand in Österreich eine zentrale Vermittlerrolle zwischen Eigentümern, Mietern, Investoren und Kommunen ein. Sie agieren nicht nur als Vermarktungsexperten, sondern zunehmend auch als strategische Berater in einem regional stark differenzierten Markt.

Marktanalyse und realistische Preisgestaltung

Makler verfügen über detaillierte Kenntnisse lokaler Leerstandsquoten und Nachfrageentwicklungen. Gerade in Regionen mit erhöhtem Leerstand in Österreich unterstützen sie Eigentümer dabei, marktgerechte Miet- oder Kaufpreise festzulegen. Eine realistische Preisstrategie ist entscheidend, um längere Vermarktungszeiten zu vermeiden und weiteren Wertverlust zu verhindern.

Reduzierung von Vermarktungszeiten

Professionelle Exposés, digitale Besichtigungen, zielgruppengenaue Ansprache und die Nutzung moderner Vermarktungskanäle tragen dazu bei, Leerstände zu verkürzen. In angespannten Märkten wie der Leerstandsquote Wien oder der Leerstandsquote Graz liegt der Fokus oft auf schneller, effizienter Vermittlung. In strukturschwachen Regionen hingegen geht es stärker um Positionierung und Standortmarketing.

Beratung bei Umnutzung und Revitalisierung

Bei strukturellem Leerstand der Wohnungen in Österreich beraten Makler Eigentümer zunehmend zu alternativen Nutzungskonzepten:

  • Umwandlung von Gewerbe in Wohnraum
  • Aufteilung großer Wohneinheiten
  • Möblierte Vermietung auf Zeit
  • Zielgruppenorientierte Modernisierung

Damit leisten sie einen aktiven Beitrag zur Reduzierung von Leerstand und zur Stabilisierung von Quartieren.

Schnittstelle zwischen Markt und Kommune

Makler fungieren häufig als Informationsquelle für Kommunen, da sie frühzeitig Veränderungen in Angebot und Nachfrage erkennen. Ihre Einschätzungen zu Leerstandsquoten oder lokalen Markttrends können in Stadtentwicklungsstrategien einfließen.

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Mann der sich am Laptop über Wohnungsleerstand informiert
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Maßnahmen gegen Wohnungsleerstand

Strategien für Städte und Kommunen

  • Förderprogramme zur Sanierung
  • Rückbau nicht mehr benötigter Gebäude
  • Anreize für Zuzug
  • gezielte Wirtschaftsförderung

Beispiele erfolgreicher Revitalisierung und Nachnutzung

  • Umwandlung leerstehender Büroflächen in Wohnraum
  • kulturelle Zwischennutzung
  • Mehrgenerationenprojekte
  • Umnutzung ehemaliger Industrieflächen

Solche Maßnahmen zeigen, dass Leerstand auch Chancen bieten kann.

Chancen und Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft

Chancen und Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft

Chancen

Herausforderungen

Revitalisierung

hohe Baukosten

innovative Nutzungskonzepte

sinkende Neubautätigkeit

nachhaltige Quartiersentwicklung

regulatorische Unsicherheiten

Fazit

Der Wohnungsleerstand Österreich zeigt ein paradoxes Bild: Während in Großstädten Wohnungen fehlen, kämpfen andere Regionen mit strukturellem Leerstand.
Sinkende Neubauzahlen und steigende Nachfrage verschärfen den Wohnungsmangel in Ballungsräumen, während demografische Veränderungen ländliche Räume unter Druck setzen.

Eine nachhaltige Wohnungsmarktpolitik muss:

  • regional differenziert handeln
  • Neubau fördern
  • Leerstand aktiv managen
  • soziale Ausgewogenheit sichern

Nur durch eine Kombination aus Neubau, Revitalisierung und strategischer Stadtentwicklung kann der Leerstand in Österreich langfristig in ein gesundes Gleichgewicht gebracht werden.

FAQs zum Wohnungsleerstand in Österreich

Der Wohnungsleerstand in Österreich liegt je nach Region sehr unterschiedlich. In Großstädten wie Wien oder Graz beträgt die Leerstandsquote häufig unter 2 %. In strukturschwachen Regionen kann sie hingegen bei 5-8 % liegen. Bundesweit betrachtet zeigt sich ein stark regional differenziertes Bild.

Die Leerstandsquoten werden berechnet, indem die Anzahl leerstehender Wohnungen durch den gesamten Wohnungsbestand geteilt und anschließend mit 100 multipliziert wird:
Leerstandsquote = (Leerstehende Wohnungen / Gesamtbestand) × 100
Eine Quote von etwa 2–3 % gilt als marktgerecht, da sie als notwendige Fluktuationsreserve dient.

Ein gesunder Leerstand liegt bei rund 2 bis 3 Prozent. Dieser sogenannte Fluktuationsleerstand ermöglicht Umzüge und sorgt für Marktbewegung. Liegt die Quote deutlich darunter, herrscht Wohnungsmangel. Liegt sie deutlich darüber, spricht man häufig von strukturellem Leerstand.

Der scheinbare Widerspruch beim Leerstand in Österreich entsteht durch regionale Unterschiede. Während in ländlichen Gebieten Wohnungen leer stehen, fehlen sie in Ballungszentren. Gründe sind Zuzug in Großstädte, wirtschaftliche Unterschiede und demografische Veränderungen.

Hohe Leerstände finden sich vor allem in strukturschwachen ländlichen Regionen, in einigen Teilen des Waldviertels, der Obersteiermark oder Kärnten sowie in Regionen mit Bevölkerungsrückgang. Eine Karte über den Wohnungsleerstand von Österreich zeigt diese regionalen Unterschiede besonders deutlich.

Kurzfristig ist keine grundlegende Entspannung zu erwarten. Ohne politische Maßnahmen, stärkere Neubauförderung und regionale Ausgleichsstrategien dürfte sich die Kluft zwischen Wohnungsmangel in Städten und Leerstand in ländlichen Regionen weiter vergrößern.