Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Wohnflächenberechnung?
  2. Wohnflächenberechnung nach WoFlV: Die wichtigsten Regeln
  3. Schritt für Schritt: Wie wird die Wohnfläche berechnet?
  4. Warum eine korrekte Wohnflächenberechnung so wichtig ist
  5. Fazit: Wohnfläche korrekt berechnen schafft Vertrauen

Key Takeaways

  • Die Wohnflächenberechnung nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV) legt fest, welche Flächen einer Immobilie zur Wohnfläche zählen und wie sie angerechnet werden müssen.
  • Volle Anrechnung (100 %): Für die Nutzfläche ist die reine Bodenfläche maßgeblich. Raumhöhe spielt für die Berechnung der Quadratmeter keine Rolle.
  • Keine Anrechnung (0 %): Nach dem Mietrechtsgesetz (MRG) und dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) zählen Garagen, offene Balkone, Terrassen und Dachterrassen nicht zur Nutzfläche.
  • Eine korrekte Wohnflächenangabe ist essenziell für die Immobilienbewertung, die Mietpreisberechnung und zur Vermeidung rechtlicher Streitigkeiten.

Was ist eine Wohnflächenberechnung?

Die Wohnflächenberechnung bestimmt die tatsächlich anrechenbare Fläche einer Wohnung oder eines Hauses.

Die Wohnfläche spielt eine wichtige Rolle bei:

  • Kaufpreis und Immobilienbewertung
  • Mietpreisberechnung
  • Exposé-Angaben
  • Finanzierung und Beleihungswert
  • rechtlichen Auseinandersetzungen

Kurz gesagt: Die Wohnfläche beeinflusst maßgeblich den Wert einer Immobilie.

Wohnflächenberechnung: Die wichtigsten Regeln

Die Wohnflächenberechnung wird vor allem im Mietrecht angewendet.

Wohnflächenberechnung: Die wichtigsten Regeln

Raum

Anrechnung nach WoFlV

Hinweise

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, Flur, Abstellräume

100 %

Gesamte Bodenfläche (lichtes Maß)

Keller, Dachboden (nicht zu Wohnzwecken), Heizungsräume, Garagen, Treppenhaus (mehr als 3 Stufen)

0 %

Gehören nicht zur Wohnfläche

Loggia

100 %

Zählt meist zur Nutzfläche

Fläche unter Dachschrägen

100 %

Keine Abzüge für geringe Raumhöhen

Schritt für Schritt: Wie wird die Wohnfläche berechnet?

Sie möchten die Fläche einer Wohnung berechnen? Mit dieser einfachen Vorgehensweise gelingt die Wohnflächenberechnung strukturiert.

1. Grundriss und Maße erfassen

Messen Sie jeden Raum einzeln:

  • Länge × Breite = Quadratmeter

Bei verwinkelten Räumen hilft es, die Fläche in mehrere Rechtecke aufzuteilen.

2. Einzelne Raumflächen berechnen

Berechnen Sie die Fläche für jeden Raum separat.

Beispiel:

  • Wohnzimmer: 20 m²
  • Schlafzimmer: 15 m²
  • Küche: 10 m²
  • Bad: 8 m²

3. Sonderflächen korrekt anrechnen

Berücksichtigen Sie anschließend Sonderflächen:

  • Loggia: Prüfen, ob diese zur Nutzfläche zählt

4. Alle Flächen addieren

Zum Schluss addieren Sie die anrechenbaren Quadratmeter.
Das Ergebnis ist die Wohnfläche nach WoFlV.

5. Praxisbeispiel mit vollständiger Durchrechnung

RaumFläche (m²)BesonderheitenAnrechnung nach WoFlVAngerechnete Fläche (m²)
Wohnzimmer20keine100 %20,00
Schlafzimmer15keine100 %15,00
Küche10keine100 %10,00
Bad8keine100 %8,00
Summe Wohnräume (100% Anrechnung)5353,00
Sonderflächen
Zubehörfläche60 % (Standard)0,00
Abstellraum (Dachschräge < 1m)4Höhe < 1 m100 %4,00
Abstellraum (Dachschräge 1-2m)3Höhe 1-2 m100 %3,00
Summe Sonderflächen1616,00

Gesamtwohnfläche:

Summe Wohnräume (100% Anrechnung) + Summe angerechneter Sonderflächen = Gesamtwohnfläche
Ergebnis: Die Gesamtwohnfläche beträgt 60,00 m² (zzgl. 16 m² Zubehör).

Mehrfamilienhaus

Warum eine korrekte Wohnflächenberechnung so wichtig ist

Eine ungenaue Flächenangabe kann schnell zu Problemen führen. Besonders im Mietrecht gilt: Weicht die tatsächliche Wohnfläche bei der Wohnflächenberechnung um mehr als 10 % ab, kann die Miete gemindert werden. Da in Österreich viele Mieten durch das MRG (Richtwertmietzins) gedeckelt sind, hat die Nutzfläche direkten Einfluss auf den maximal zulässigen Mietzins. Eine falsche Angabe führt hier oft nicht nur zu einer Minderung, sondern zu einem Verfahren vor der Schlichtungsstelle.

Als Beispiel: Ein Makler gibt im Exposé 85 m² an. Die Nachmessung nach MRG/ÖNORM B 1800 ergibt jedoch nur 76 m², da fälschlicherweise die Terrasse in die Nutzfläche eingerechnet wurde. Dies überschreitet die Toleranzgrenze deutlich und berechtigt den Mieter zur Rückforderung zu viel gezahlter Miete.

Auch beim Immobilienverkauf spielt die Wohnfläche eine große Rolle. Käufer orientieren sich stark am Quadratmeterpreis.

Für Immobilienprofis bedeutet das:

  • transparente Exposés
  • nachvollziehbare Objektangaben
  • weniger rechtliche Risiken

Immobilienmakler haften nach dem Standes- und Ausübungsregeln (IMV) besonders streng für die Richtigkeit ihrer Angaben.

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Fazit: Wohnfläche korrekt berechnen schafft Vertrauen

Die Wohnflächenberechnung sorgt für klare und einheitliche Regeln. Wer weiß, was eine Wohnflächenberechnung ist und wie man die Fläche einer Wohnung berechnen kann, schafft eine solide Grundlage für Vermietung und Verkauf.

Für Makler bedeutet das vor allem eines: Verlässliche Daten im Exposé und mehr Sicherheit im Vermarktungsprozess.

Denn am Ende zählt nicht nur die Größe einer Immobilie – sondern auch, wie transparent sie kommuniziert wird.

FAQ: Wohnfläche berechnen

Die Berechnung ist essenziell bei:

  • Vermietung: Zur korrekten Angabe der Mietfläche und zur Bestimmung des zulässigen Mietpreises.
  • Verkauf: Für die Angabe im Exposé und zur Berechnung des Quadratmeterpreises.
  • Finanzierung/Beleihungswert: Banken benötigen die korrekte Wohnfläche zur Wertermittlung der Immobilie.
  • Baurechtlichen Genehmigungen: In manchen Fällen ist die Wohnfläche relevant für die Einhaltung von Vorschriften.

Grundsätzlich zählen alle beheizbaren Räume, die ausschließlich zum Wohnen genutzt werden:

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer
Küche, Bad, WC, Flur, Abstellräume innerhalb der Wohnung

Diese Räume werden in der Regel zu 100 % angerechnet, sofern keine besonderen Gegebenheiten vorliegen.

Ja. Im Mietrecht gilt die sogenannte 10-Prozent-Toleranzgrenze. Weicht die im Mietvertrag angegebene Wohnfläche um mehr als 10 % von der tatsächlichen Wohnfläche ab, kann der Mieter eine Mietminderung geltend machen und unter Umständen die zu viel gezahlte Miete zurückfordern. Auch im Kaufrecht können erhebliche Abweichungen zu Mängelansprüchen führen.